Auch wenn die private Krankenversicherung für Millionen Versicherte Vorteile mit sich bringt, so sollte man bei seiner Entscheidung zwischen GKV und PKV natürlich auch mögliche Nachteile kennen. Genau wie bei den Vorteilen der Fall, müssen diese Nachteile keineswegs auf jeden Versicherten zutreffen, sondern es ist von Fall zu Fall zu klären, ob die Nachteile für einen persönlich vorhanden sind oder nicht.
Ein erster Nachteil wird zunächst sicherlich manche Verbraucher erstaunen, denn es sind geringere Leistungen als in der gesetzlichen Krankenversicherung. Natürlich ist es einerseits bei den meisten PKV Tarifen so, dass diese mehr Leistungen als die gesetzliche Krankenversicherung bieten können. Es gibt aber auch einige speziellere PKV Tarife, die durchaus weniger Leistungen als die GKV beinhalten können. Zwar muss der Basistarif die Möglichkeit geben, sich vergleichsweise günstig mit mindestens den gleichen Leistungen wie in der GKV versichern zu können. Allerdings heißt das im Umkehrschluss keinesfalls, dass es keinen PKV Tarif geben darf, der weniger Leistungen als in der GKV üblich enthalten darf.
PKV Nachteile

Ein zweiter möglicherweise auftretender Nachteil der privaten Krankenversicherung ist ein im Vergleich zur GKV höherer Versicherungsbeitrag. Diesbezüglich muss allerdings wirklich in jedem Einzelfall berechnet und mit der GKV verglichen werden, welche Art der Krankenversicherung die günstigste Variante ist. Vor allem Familien mit Kindern fahren mit der PKV oftmals schlechter – was den Beitrag angeht – weil in der gesetzlichen Krankenversicherung mit der Familienversicherung die kostenlose Möglichkeit besteht, Familienangehörige beim Hauptversicherten mitversichern zu lassen. Ein weiterer Nachteil im Bezug auf die Beiträge kann sich erst in höherem Alter zeigen. Falls nämlich aus unterschiedlichen Gründen die gebildeten Altersrückstellungen nicht ausreichend sind, kann der Versicherungsbeitrag im (Renten-)Alter zum Teil drastisch ansteigen. Bei einigen Privatversicherten hat sich der Beitrag im Rentenalter gegenüber dem Beitrag von vor 20 oder 30 Jahren durchaus mehr als verdoppelt. Eine Regel ist das zwar nicht, aber die „Gefahr“ solcher hohen Beiträge im Alter sollte man durchaus im Hinterkopf behalten.
Private Krankenversicherung Nachteile
Auch die Tatsache, dass sich der Beitrag zur PKV unter anderem am gesundheitlichen Status des Versicherten festmacht, den er bei Abschluss der Krankenversicherung hat, stellt sicherlich für nicht wenige Verbraucher einen Nachteil dar. Denn während der Beitrag in der GKV für alle Versicherten im Bezug auf ihren Gesundheitszustand identisch ist, machen die privaten Krankenversicherer hier teilweise erhebliche Unterschiede. So können zum Beispiel verschiedene chronische Erkrankungen dazu führen, dass ein Risikoaufschlag von 30 Prozent, 50 Prozent oder noch mehr zu zahlen ist. Besonders wenn man in bereits etwas höherem Alter in die PKV „eintritt“ und eventuell schon chronische Erkrankungen bestehen, sollte man an diesen Nachteil denken.